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Kunst und Literatur

Das Fischlandhaus ist ein unter Denkmalschutz stehendes Hochdielenhaus, wie es typisch für unsere Region ist. Das etwa 200 Jahre alte Hochdielenhaus beherbergt heute eine reizvolle kleine Bibliothek für Gäste wie Einheimische und eine Galerie. Im Jahr 2010 wurde das Gebäude aufwendig saniert und um einen Veranstaltungsraum ergänzt. In den Galerieräumen finden jährlich drei Ausstellungen in Kooperation mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop statt, ergänzt durch regelmäßige Konzerte und Lesungen.

Aktuelle Ausstellung:

BERTHA GERRESHEIM Florale Welt
Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 13. April 2018, um 18 Uhr

Einführende Worte: Dr. Katrin Arrieta, Kunstmuseum Ahrenshoop, Kuratorin der Ausstellung
Musik: Magdalena Schotte (Querflöte) und Ralf Schippmann (Oboe)

Die Ausstellung ist vom 14. April bis 10. Juni 2018 zu sehen.

In der Frühjahrsausstellung  sind im Fischlandhaus Wustrow Arbeiten von Bertha Gerresheim (1846-1916) zu sehen. Die mittlere der drei Gerresheim-Schwestern erbaute 1892 das Künstlerhaus in Ahrenshoop, wo sie mit der bekannteren Anna Gerresheim (1852-1921) bis zu ihrem Tod lebte. Beide Schwestern gehörten zur Gründergeneration der Künstlerkolonie Ahrenshoop.

Bertha Gerresheim war von Beruf Erzieherin und in jüngeren Jahren weit herumgekommen, u. a. hatte sie in England unterrichtet. Ihre Berufstätigkeit hatte ihr ermöglicht, die Mittel für den Bau eines eigenen Hauses zu ersparen – im Unterschied zu der Malerin Anna Gerresheim, die ihre künstlerisch stärkere Begabung rückhaltlos auslebte, ohne dabei wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Der Anstoß für den Bau des Hauses in der Dorfstraße 20, das heute leider nicht mehr steht, war von Anna Gerresheim gekommen. Bertha sorgte dafür, dass der Plan ausgeführt werden konnte.

Das Zusammenleben der beiden Schwestern in Ahrenshoop gestaltete sich keineswegs idyllisch. Sie ernährten sich von Gemüse aus dem eigenen Garten und verdienten sich mit Zeichenunterricht etwas zum Lebensunterhalt dazu. Beide waren sehr naturverbunden, und besonders Bertha besaß ein profundes Wissen über Pflanzen, das ihr bei der Bestellung des Gartens zugutekam.

Bereits als junge Frau muss Bertha Gerresheim ein intensives zeichnerisches Naturstudium betrieben haben. Sie setzte dieses Studium vermutlich auch in Ahrenshoop noch fort. Ihr Interesse galt der Pflanzenwelt ihrer Lebensumgebung. Im Nachlass der Familie Gerresheim haben sich mehr als 50 zumeist mit Wasserfarben gemalte Blätter erhalten, auf denen blühende Blumen und Zweige in der Art eines Herbariums mit großer Genauigkeit dargestellt sind. Bertha Gerresheim verfolgte mit diesen Darstellungen keinen künstlerischen Anspruch. Sie dienten vielmehr ihrer eigenen Schulung ˗ dazu, ihre Beobachtungsgabe und Unterscheidungsfähigkeit im Umgang mit der Natur weiter auszuprägen. Vielleicht hat Bertha Gerresheim die Blätter auch beim Unterrichten eingesetzt.

Aus heutiger Perspektive zeigen sich die Pflanzenstudien Bertha Gerresheims als ästhetisch überaus reizvolle Dokumente einer intensiven Zugewandtheit zur natürlichen Erscheinungswelt, aus der nicht zuletzt auch der universelle Bildungsanspruch der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert spricht. Den Arbeiten Bertha Gerresheims sind neben alten Fotoaufnahmen von Haus und Garten in Ahrenshoop auch drei Gemälde Anna Gerresheims beigesellt –  darunter ein Porträt der Schwester Bertha.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop.

Geöffnet ist das Fischlandhaus während des Ausstellungszeitraums: 
Mo, Di 10-12 und  14-17 Uhr, Do 10-12 und 14-18 Uhr, Fr- So und an Feiertagen 11-16 Uhr.

Fischlandhaus Wustrow, Neue Straße 38, 18347 Ostseebad Wustrow
Telefon 038220 80465

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